Druckansicht - Freitag 18. Mai 2012
Wege ins Leben konkret: Allerheiligen und Allerseelen
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Wege ins Leben „konkret" bietet Impulse und Gedanken für die ganz persönliche Gestaltung dieser Tage. Anregungen für Einzelne, Familien und Gruppen. Ideen für diese und alle Tage.



Wie der Tod zum Leben gehört und die irdische zeitliche Begrenztheit das Dasein hier auf dieser Erde erst so kostbar und wertvoll macht, so gehört auch die Auseinandersetzung mit dem Tod und das Gedenken an die Verstorbenen zum Leben. Allerheiligen und Allerseelen möchten uns dazu einladen, sie bieten eine gute Möglichkeit, jenen Menschen, die uns lieb waren und ins ewige Leben vorausgegangen sind, wieder neu einen Platz in unserem eigenen Leben zu schenken und uns von ihnen berühren, aber auch leiten zu lassen. Mit ganz persönlichen Ritualen, die uns helfen, unsere Verstorbenen mit hinein zu nehmen in das eigene Leben, um ihre Botschaft zu verstehen, die sie durch ihr Leben und Sterben an uns richten. Und so uns selbst hineinführen ins Leben - in Fülle.
 
Neben dem Besuch der Gottesdienste und unseren Gräbern möchte ich mit folgendem Ritual eine weitere Möglichkeit aufzeigen:
(Idee und Quelle: Anselm Grün: 50 Rituale für das Leben; Herder 2008, 96ff.)
 
Stell am Fest Allerheiligen bzw. Allerseelen in deiner Wohnung Kerzen auf für die Verstorbenen, an die du in diesem Jahr besonders denken möchtest. Zünde die Kerzen an und stell dir vor, dass die Verstorbenen deine Wohnung mit ihrer Liebe erfüllen und dass sie Licht bringen in deine Dunkelheit und Trauer, dass sie Wärme bringen in deine Verlassenheit. So wirst du dein Zuhause anders erleben und dich darin auf ganz neue Weise daheim fühlen.
 
Weiterführende Impulse:
• Frage dich, was dir die Verstorbenen heute sagen möchten. Was von dem, was sie auszeichnete und so liebenswert machte, brauchst du jetzt für deinen Weg?
• Welche Worte fallen dir ein, mit denen die Verstorbenen auf Schwierigkeiten reagiert haben?
• Was waren typische Redewendungen, die ihnen geholfen haben, ihr Leben zu bewältigen?
• Was waren ihre Worte der Liebe, die neues Leben, Kraft und Zuversicht geschenkt haben?
• Was ist die Botschaft, die dieser Mensch durch sein Leben und Sterben an dich richtet?
• Wie war das Wesen dieses Menschen?
• Was ist sein einmaliges Bild, das er in seinem Leben zu verkörpern suchte?
 
Vielleicht denke ich auch an meinen eigenen Tod. Stelle mir die Frage: Welche Spur möchte ich hinterlassen in dieser Welt?
Wie möchte ich heute leben, wenn es mein letzter Tag wäre?
So bringt mich das Denken an meine Verstorbenen nicht nur in eine ganz starke und intensive Verbindung mit ihnen, sondern auch auf neue Gedanken für mich: Gedanken, die WESENtlich sind, Gedanken, die mich leben lassen, Gedanken, die mich tragen.
 
Dann führen mich meine Verstorbenen plötzlich direkt in mein heutiges Leben hinein. In mein Leben, das die Verheißung hat, das es gelingt.
Andreas Welich
 
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