Druckansicht - Dienstag 21. Mai 2013
Von einem der auszog sein Hobby zu verschenken

 

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Thomas Runggaldier SDS reiste aufgrund seines auslaufenden Visums für Indien nach Sri Lanka. Vor seiner Rückreise nach Indien sendet er uns noch seinen neuen Rundbrief. Ein ausführlicher Bericht von seinen Erfahrungen vor Ort. 

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Zwei Monate war ich jetzt in Sri Lanka (warten auf ein neues Visum für Indien / Bangalore).

 

Kurz, wo und wie das ist, Sri Lanka: 65.000 km2 groß, also um einiges kleiner, aber um einiges mehr Einwohner als Österreich, nämlich 20 Mio! Seit zwei Jahren ist der 30-jährige Bürgerkrieg zu Ende. Und vor zwei Jahren kamen die Salvatorianer ins Land und zwar nach Chilaw an der Westküste des Ind. Ozeans, Nähe der Hauptstadt Colombo. (Die Salvatorianerinnen sind schon 50 Jahre in Sri Lanka) Wüsste mans nicht, würde man hier vom Bürgerkrieg nichts mehr merken. Der gemeinsame Ausbau scheint die Leute aller Religionen zusammenzuhalten. Ich kam also in das von uns gemietete Haus in Chilaw. Eine ‚neue‘ kleine Gemeinschaft von 2 Patres und 8 Jugendlichen. Alles neu (für mich): In der Nacht erfreut mich das Moskitonetz, am Tag der österr. Moskitospray und um 4.30 in aller Früh der Muezzin, um 15 Min. später christliche Kirchenlieder, dann Hindulieder über die Dächer der Stadt schallen. Ist das nicht ein tolles Zeichen, dass so etwas möglich ist (nach 30 Jahren Bürgerkrieg, in dem die Religionen nicht immer eine friedliche Rolle gepielt haben.

 

Drum geh' ich gern in die nahe Moschee, in einen der Hindu- oder Buddhatempel! Und am Sonntag nach der Messe, in unserer Pfarrkriche, zu unseren Nachbarn von der Pfingstbewegung. Wenn der Prediger zum Singen anfängt, tanzt und singt alles!

 

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In vielen, auch öffentlichen Bussen, in Sri Lanka blinken vorne, wenn er bremst Jesus und Maria zusammen mit den Hindugöttinen! Da kannst du nur davon träumen, dass die Leute, wir !?! einmal anfangen, mit den sozialen Gruppen der anderen Religionen zusammenzuarbeiten. Wie viele Vorurteile und Fragen würden von selber belanglos. 

 

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Zuerst mal, warum und wie ich ‚auszog, um mein Hobby zu verschenken‘

Wenn ein Hobby nicht mit einem Naturtalent verbunden ist, bleibts, wie bei mir, in der Schublade, wo die ‚Uneinbringlichen Forderungen‘ sind, wie's in der Buchhaltung heißt. Die Zeit gehört dann den Aufgaben, für die man gelernt hat. Und wenn das Naturtalent nicht da ist, ist letzteres wohl das Übliche, überall - bis die Pension kommt; wenn dann die Energie nicht mehr für den 'Full-time-job‘ reicht, aber die Begeisterung fürs Hobby. (Und) ich hatte das Glück einen Platz zu finden, wo das Hobby noch was ‚bringt‘: Unser Ausbildungshaus für SDS-interessierte Jugendliche in Bangalore.

Mein zweites Glück war, dass Musizieren und Singen - dem Können entsprechend - sich auf Lieder für Jugendliche beschränkt hat, vor allem für Gottesdienste. Dazu kam, dass die Burschen in Indien alle mit Begeisterung singen - und tanzen.

So klemmte ich mich also wieder hinter die Gittarre und das Keyboard und kramte das alte Können und die Lieder der ‚Jazzmessen‘, wie sie anfangs genannt wurden, wieder aus. Sie brachten ihre Begeisterung mit und meine war nicht verloren.

Und wie das in Sri Lanka aussah? 

So:

 

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Fr. Theeban - der erste Salvatorianer von Sri Lanka - und ich in verschiedenen Schulen. 

 

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Wir erzählten und sangen, warum wir - als Salvatorianer - von der Botschaft Jesu fasziniert sind. 

 

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Soviel Platz und Zeit zwischen den Liedern die Jugendlichen dort anzusprechen (Links im Foto P. Philip, ein Inder für Sri Lanka und Schwester Agnes, die immer wieder Burschen begeistert.)

 

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Beim Einkehrtag mit den boys - noch sind 'nur' fünf 

 

Von der Stadt selbst habe ich keine Bilder. Nichts Schönes, nur Schäden vom Bürgerkrieg und viel Armut, aber es wurlt nur so von Eifer, alles wieder aufzubauen.
‚Leider‘ war ich nur zwei Wochen dort, das hatte aber auch den Vorteil, dass sie mir ansahen: der Arme kriegt da bald einen Hitzeschaden. Bei allem, was du dort tust, kommst ins Schwitzen, selbst wenn du nichts tust. Aber das Meer so nah! Also direkt ins Wasser - ein Genuss!  

 

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Aber sie brauchten erst mal Schwimmunterricht. (Hab gehört, dass selbst die meisten Fischer nicht schwimmen können.)

 

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Allem ein bisschen mehr ‚Gewicht‘ geben

 

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Das war Jaffna. Die Salvatorianer wollten dort schon früher anfangen, aber das Geld... Und heuer haben tatsächlich Verwandte von P. Prabu uns ein altes, kleines Hotel ‚geliehen‘ - kostenlos!

 

Ein viel versprechender Anfang, wenn auch noch nicht ‚perfekt‘, aber offen und Platz genug für mehr.  

 

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Schlafsaal und Ort zum Lernen, aber P. Prabu sagte mir lächelnd: Wir schlafen eh meist draußen - wegen der Hitz und den Moskitos zum Trotz.

 

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Für den Morgen, Mittag und Abend haben sie eine kleine Kapelle, einen ehemaligen Verkaufsschuppen, geschmückt.

 

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Leben tut alles von hier - auch die kleinsten Anfänge!

 

Herzlich, euer 

 

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WIEN, NÖ und STEIERMARK



Ignatianische Einzelexerzitien mit Gemeinschaftselementen

23. Mai 2013 bis 29. Mai 2012 

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