Montag 23. Oktober 2017
Salvatorianer in Österreich und Rumänien
  • Das ist das ewige Leben:
    Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

50 Jahre Salvatorianer – es hat sich gelohnt

In Kürze werde ich ein Tripeljubiläum feiern: am 8. September begehe ich meine 50-jährige Ordensprofess, am 2. Oktober mein 40-jähriges Priesterjubiläum und am 22. Oktober meinen 70. Geburtstag.

 

Da ich glaube, dass die Entwicklung eines Menschen durch seine Lebensstationen bestimmt wird, erzähle ich in den kommenden Zeilen in kurzen Absätzen meinen Lebensweg.

 

Im Laufe der Jahre habe ich reichlich über salvatorianische Themen geforscht, gesprochen und geschrieben. Dabei ist meine Grundüberzeugung immer die gleiche geblieben: „Mit einer salvatorianischen Vision und Passion ist alles möglich.“

 

Kindheit und Jugend

 

Ich wurde als „Grenzfall“ im Jahre 1946 an der niederländisch-belgischen Grenze geboren. Nach der Grundschule in einem kleinen Bauerndorf wanderte ich schon mit zwölf Jahren ins „Ausland“, in das Salvatorianerkolleg nach Hamont in Belgien, etwa zehn Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Dort erhielte ich meine humanistische Ausbildung, die ich im Jahre 1965 mit Matura abschloss. Ich beschloss, der internationalen Ordensgemeinschaft der Salvatorianer beizutreten, deren Arbeiten und dessen Gründer ich in dieser Schulzeit kennen und schätzen gelernt hatte.

 

Das Noviziat (1965-1966) fand in Passau, Süddeutschland, statt: Ein Jahr mit etwa 30 anderen jungen Ordensanwärtern (Novizen) aus mehreren Ländern erweiterte meinen Blick auf das internationale Ordensleben. Im Jahre 1965 ging das umwälzende Zweite Vatikanische Konzil zu Ende. Alles war im Umbruch, Vertiefung und updating waren gefragt.

 

Philosophiestudium

 

Das philosophische Studium, das ich zwischen 1966 und 1968 in Löwen in Belgien absolvierte, brachte mich zunächst in Kontakt mit den anderen Ordensgemeinschaften, die sich zu der Zeit zum gemeinsamen Studium zusammengeschlossen hatten. Auf diese Art wurden die bedeutendsten Professoren aus den einzelnen Orden und Kongregationen diesem neuen Zentrum zur Verfügung gestellt. Es wurde in Löwen nicht mehr wie bisher auf Französisch oder Lateinisch doziert, sondern in meiner eigenen Muttersprache Niederländisch.

 

Praktikum

 

Der nächste Lebensabschnitt führte mich in die Schweiz, wo ich zwischen 1968 und 1969 im Kanton Fribourg in der Schweizer Provinz der Salvatorianer in dem kleinen Dorf Montet in der Jugenderziehung mithalf. Die Verantwortung, die die Betreuung und das Unterrichten von Jugendlichen mit sich brachte, lernte ich in diesem Jahr gut kennen.

 

P. Peter van Meijl

Pater Peter van Meijl SDS am 24. September 2014 während Exerzitien bei seinen Mitbrüdern in Kongo

 

Theologiestudium und Diplomarbeit

 

Das Theologiestudium absolvierte ich zwischen 1969 und 1974 an der katholischen Universität Löwen. Auch da wurde seit kurzem nur auf Niederländisch doziert, und die besten Professoren des Landes, die sich alle durch internationale Erfahrung und Veröffentlichungen ausgezeichnet hatten, fanden hier ihren heiß erstrebten Lehrstuhl. Daneben dozierten seit kurzem die Professoren die neue Theologie des Zweiten Vatikanums. Die Umwälzung in Gesellschaft und Kirche machten Professoren und Studenten offen für die Gegenwart sowie für das Weitergeben der Tradition. Ich schloss mein Theologiestudium 1974 mit einer Diplomarbeit in Bibelwissenschaft ab. Titel der Arbeit war „Die Reden des Apostel Petrus in der Apostelgeschichte“.

 

Erste pastorale Einsätze und Priesterweihe

 

P. Jordan, sog. Schattenbild 1890-1900 (rückseitig: '1899 datiert')Mein Wunschtraum war es immer, eine Dissertation über Pater Jordan und die Geschichte der Salvatorianer zu schreiben. Bevor ich diesen verwirklichen konnte, arbeitete ich sieben Jahre lang zwischen 1974 und 1981 in einer salvatorianischen Gemeinschaft in Grevenbroich-Süd in der Erzdiözese Köln. Dort konnte ich die Jugendarbeit in der Pfarre sowie den Religionsunterricht in drei verschiedenen Schulen fördern. Im Jahre 1976 wurde ich in meiner Heimatdiözese in den Niederlanden vom Bischof Jan Bluyssen zum Priester geweiht. In dieser Zeit übernahm ich die Verantwortung zur Publikation eines Jubiläumsbuches zum hundertjährigen Bestehen der Salvatorianer 1981.

 

Bild: Pater Jordan in den 1890er-Jahren

 

Dissertation

 

Im selben Jahr 1981 ging es dann wieder an die Universität in Löwen in Belgien. Professor Robrecht Boudens OMI wollte mit großem Interesse und gediegenem Fachwissen meine geplante Dissertation mit dem Titel „Die apostolische Visitation im Institut Pater Jordans 1894-1913“ begleiten.

 

Im Jahre 1986 kam aus dem Generalat der Salvatorianer in Rom die Bitte, die vakant gewordene Stelle des Generalpostulators zu übernehmen, eine Arbeit, die direkt mit meiner Dissertation zu tun hatte.

 

Nach reichlichen Vorträgen, Veröffentlichungen und anderen Übersetzungs- und Redaktionsarbeiten zum Thema „Pater Jordan“ in mehreren Ländern zwischen 1981 und 1990 legte ich die Dissertation am 14.12.1990 vor. Sie wurde vollständig in der salvatorianischen Forschungsreihe Documenta et Studia Salvatoriana, Band XX.I und XX.II veröffentlicht.

 

Arbeit zur Seligsprechung von Pater Jordan

 

Nach Abschluss des Doktorates konnte ich intensiver am Projekt zur Durchführung der Seligsprechung von Pater Jordan weiterarbeiten. Es war eine Aufgabe, die sowohl aus zahlreichen Vorträgen und Exerzitien als auch aus der englischen Abfassung einer wissenschaftlichen Biographie bestand. Als im Jahre 1999 in Graz ein neues Generalat gewählt wurde, kam auch eine andere Gesinnung zum Vorschein. Die wissenschaftliche Arbeit habe ich daraufhin in Wien fortgesetzt.

 

Pfarrer in Wien I – Sankt Michael

 

Ab 2002 habe ich die Leitung der Pfarre Sankt Michael in der Innenstadt in Wien übernommen. Es ging mir vor allem darum, den vielen ruhelosen und spirituell suchenden Nomaden eine Oase der Ruhe in der Großstadt anzubieten. Hier im Raum der Michaelerkirche, in Stille und Besinnung, können sie zu sich selbst kommen und sich von Kunst, Musik und Gottesdienst inspirieren lassen. Über 14 Jahre lang habe ich dort als Pfarrer gearbeitet.

 

kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

Pater Peter van Meijl SDS am 5. Juli 2015 während der Diakonenweihe von Frater Márton Gál SDS in der Michaelerkirche in Wien

 

50 Jahre Salvatorianer – es hat sich gelohnt

 

Meine Grundüberzeugung, die ich mir vor 50 Jahren angeeignet habe, ist die gleiche geblieben: „Mit einer salvatorianischen Vision und Passion ist alles möglich.“ Ich freue mich, dass ich am 8. September 2016 mit meinen Mitbrüdern diese Überzeugung feiern kann.

 

Wien, 24. August 2016, Pater Dr. Peter van Meijl SDS

„Was gibt es Neues?“


 

 

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