Mittwoch 19. September 2018
Salvatorianer in Österreich und Rumänien
  • Das ist das ewige Leben:
    Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

Weihnachtspredigt 2017 von P. Erhard Rauch

 

Ein Stern, der uns nicht hinters Licht führt

 

In seiner Weihnachtspredigt spricht P. Erhard Rauch, Provisor der Pfarre St. Michael in Wien I, davon, warum Licht nicht gleich Licht ist.

 

Die Botschaft des Engels erging an Hirten, die Nachtwache hielten. Und vielleicht erinnern wir uns an einige Stellen der Bibel, die wir in letzter Zeit an den Sonntagen gehört haben: Wachet! Seid bereit! Verschlaft nicht die wichtigste Ankunft.

Dabei ist die Nacht hier sicherlich nicht nur eine Zeitangabe, sondern steht als Symbol für eine bestimmte Situation. Auch in unserem Sprachgebrauch sprechen wir von dunklen Zeiten, dunklen Gestalten, dunklen Seiten unseres Lebens. In manches sind wir hineingestoßen worden, manches Dunkle ist auch selbstgemacht.

 

 geralt

 

Im Allgemeinen sind wir gewohnt, dem Dunklen auszuweichen, wir machen „Licht“. Wenn man am Abend durch Wien geht, gibt es kaum noch finstere Stellen. Unsere Scheinwerfer und LED-Lampen ertasten alles.

Rund um die Uhr laden Shopping-Center und Galerien zum nächtlichen Bummeln ein, Gebäude, Plätze und Straßenzüge sind auch in finsterer Nacht hell erleuchtet, von greller Leuchtreklame und Videoleinwänden ganz zu schweigen. Um rund sechs Prozent nimmt jährlich die Beleuchtung weltweit zu, schätzen Experten. Bereits jetzt kann aufgrund künstlicher Beleuchtung gut ein Drittel der Weltbevölkerung nachts die Milchstraße nicht mehr sehen. Der Fachausdruck ist „Lichtverschmutzung“.

Nach Aussagen von Forschern leben rund 80 Prozent der Weltbevölkerung unter einem von Licht verschmutzen Himmel. In Europa und Nordamerika seien von der Lichtverschmutzung bereits über 90 Prozent der Menschen betroffen. Was dieses Phänomen, das den Tag-Nacht-Rhythmus durcheinanderbringt, mit der Gesundheit macht, ist noch weitgehend unklar.  

 

Und da reden wir vom Licht der Heiligen Nacht! Da bringen wir das Friedenslicht in unsere Häuser, da reden wir von Jesus Christus als dem Licht der Welt.

Hier in der Kirche sind auch etliche Scheinwerfer eingeschaltet, und trotzdem suchen unsere Augen immer wieder die Kerzen, die angezündet sind. Die tun den Augen nicht weh, die sind nicht gleißend, in die Scheinwerfer können wir nicht schauen.

Licht ist also nicht Licht. Da gibt es Qualitätsunterschiede.

Ich denke, es ist schon klar geworden, welche Art von Licht hier gemeint ist: Ein Licht, in das man schauen kann, das das Ziel beleuchtet und nicht den Weg.

 

Könnte das die Botschaft der Heiligen Nacht sein: Behalte deinen Stern, dein Lebensziel im Auge?

 

Vielleicht so wie ein Stern? Könnte das die Botschaft der Heiligen Nacht sein: Behalte deinen Stern, dein Lebensziel im Auge, durch die Lichtverschmutzung hindurch. Auch wenn du auf dem Weg stolperst, manchmal hinfällst, Hindernissen ausweichen musst. Die Versuchung ist groß, den Weg hell auszuleuchten, um sich ja nicht weh zu tun. Aber dadurch kann es auch passieren, dass ich das Ziel nicht mehr sehen kann, wie ein Wild, das in die Scheinwerfer läuft. Ein Licht, das das Ziel beleuchtet! Und wenn wir ein solches Licht entdeckt haben, kann es schon sein, dass wir erfahren: Dieses Licht lockt uns, es sucht uns, es kommt uns sogar entgegen.

Wir warten auf einen Stern, der ein Auge auf uns hat.

Wir warten auf einen Stern, der ein Ohr für uns hat.

Wir warten auf einen Stern, der ein Herz für uns hat.

Wir warten auf einen Stern, der Hand und Fuß hat, der ein Wort für uns hat.

Wir warten auf einen Stern, der uns nicht hinters Licht führt.

 

Damals vor 2000 Jahren wurde ein Mensch geboren, der alle Sterne und Stars in den Schatten stellte. Sein Leben war keine Idylle, er trennte Licht und Dunkel. An ihm scheiden sich die Geister des Lichtes und der Finsternis. Man kann ihn wahrscheinlich nicht nur ein bisschen mögen. Er fordert zur Entscheidung heraus. Welchem Stern folgen wir und welcher Stern kommt uns entgegen?

 

„Oh Jésus“

 


 

 

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