Mittwoch 19. September 2018
Salvatorianer in Österreich und Rumänien
  • Das ist das ewige Leben:
    Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

Zum Start ins neue Jahr: Interview mit Generaloberen P. Milton Zonta

 

 

 

Das Feuer entfachen

 

„Mein Hauptanliegen ist, unsere Gemeinschaft in die Zukunft zu führen“, sagt Generaloberer P. Milton Zonta. Das Pater-Franziskus-Jordan-Jahr 2018 (#pfjj18) ist eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie das Feuer wieder entfacht werden kann.
Wir wünschen Ihnen Inspiration und das Gefühl, getragen zu sein für Ihren Start ins neue Jahr. 

 

Warum feiert der Orden den 100. Todestag von P. Franziskus Jordan?

Weil dieser historische Moment für uns eine gute Gelegenheit ist, innezuhalten und über P. Jordans Spiritualität und seine ursprüngliche Vision nachzudenken.

 

Aber es ist kein Blick zurück, sondern ein Blick vorwärts.

Natürlich. Und deswegen rufen wir vom Generalat auch die gesamte Salvatorianische Familie auf, in diesem Jahr viele Initiativen zu ergreifen, um an P. Jordan zu erinnern und seinen Enthusiasmus und seine apostolische Mission wieder aufleben zu lassen. P. Jordan hatte viele Antworten für die Nöte seiner Zeit. Jetzt leben wir in anderen Zeiten; deshalb braucht es auch andere Antworten. Aber der Spirit, die Leidenschaft, der Enthusiasmus ist unverändert geblieben. Ein Symbol, das den Charakter von P. Jordan kennzeichnet, ist das Feuer. Dieses Feuer müssen wir wieder entfachen.

 

Warum sollte ein junger Mann Salvatorianer werden?

Wenn er in sich spürt, dass er den Menschen dienen möchte, dann ist der Salvatorianische Weg eine Möglichkeit, den leidenden Menschen nahe zu sein. Viele Menschen leiden heutzutage Not. Das kann man zum Beispiel hier in Temeswar sehen. Oder man denke an die Flüchtlinge an Europas Grenzen. P. Jordan war ein enthusiastischer Apostel. Jetzt laden wir ein, wie unser Gründer es gemacht hat, Jesus dem Salvator zu folgen. Wir brauchen alle Kräfte, um Menschen in Not zu helfen. Das ist für mich die wichtigste Mission von Jesus Christus, der den leidenden Menschen sehr nahe war. Das ist meine Einladung an junge Menschen, Jesus nachzufolgen. Er ruft uns, in, mit und für die Kirche und für die Menschen zu arbeiten.

 

Manu Nitsch

 

Immer mehr Menschen in Europa kehren der Kirche den Rücken. Ordensgemeinschaften werden kleiner. Ist die Zeit der Orden vorbei?

Nein, denn die Menschen suchen weiterhin nach Gott, nach dem Sinn des Lebens. Reicht es wirklich aus, ein teures Auto, ein großes Haus, einen gutbezahlten Job zu haben? Ich denke, nein. Man braucht etwas darüber hinaus, etwas, dass das Leben erklärt. Die Menschen, besonders die jungen Leute, sind nach diesen Antworten hungrig. Doch wenn sie heute in die Kirche gehen, finden sie keine Antwort. Das ist die große Herausforderung für die Kirche. Ich bin sehr glücklich, dass wir Papst Franziskus haben. Ich denke, er gibt in seinem Programm, in seinen Ansprachen, diese Antworten. Wir Salvatorianer werden immer weniger – zumindest hier in Europa. Aber anderswo wachsen wir. Wir haben zum Beispiel neue Gemeinschaften in Peru und in Sambia eröffnet. Mein Bestreben ist, diesen Mitbrüdern die besten Voraussetzungen für ihre Arbeit zu geben. Und sie darauf vorzubereiten, diese schwierigen Fragen beantworten zu können. Deshalb eröffnen wir demnächst ein Ausbildungshaus in Rom, wo neue Kandidaten aus Afrika, Asien und Lateinamerika und hoffentlich auch aus Westeuropa kommen, damit sie sich auf die europäische Wirklichkeit vorbereiten und als Missionare eingesetzt werden können wo immer sie gebraucht werden. Denn, wie ich schon sagte, die Menschen brauchen Gott. Sie haben Durst nach Spiritualität, und den müssen wir löschen. Das ist unsere Mission.

 

Welchen Eindruck haben Sie von der Provinz Österreich und Rumänien?

Ich bin sehr stolz auf das, was sie in der Vergangenheit geleistet haben. Besonders hier in Rumänien hat die Gemeinschaft nach dem Untergang des kommunistischen Systems praktisch bei null angefangen. Sie haben Unglaubliches geleistet, das Kloster wieder aufgebaut und viele Sozialprojekte ins Leben gerufen. Auch mit ihrer Arbeit als Priester haben sie, so wie die österreichischen Ordensbrüder, einen wesentlichen Beitrag für die Mission der Kirche geliefert.

 

Was beschäftigt Sie derzeit in Rom am meisten?

Mein Hauptanliegen ist, unsere Gemeinschaft in die Zukunft zu führen. Ich möchte ihr helfen zu wachsen, sowohl von der Anzahl der Mitglieder aber auch an Orten und Ländern. Das ist uns in den letzten Jahren ganz gut gelungen. Aber ich möchte nicht in der Quantität, sondern auch in der Qualität wachsen. P. Jordan gründete die Gesellschaft des Göttlichen Heilandes, um die Mission der Kirche zu unterstützen. Mein Anliegen ist es, der neuen Generation von Salvatorianern eine gute Salvatorianische Identität zu geben, um zu erkennen, welchen Platz wir in der Kirche einnehmen. Es ist wichtig, dass sie verschiedene Sprachen lernen, um miteinander kommunizieren zu können, um in der Gemeinschaft leben zu können, weil das eine wichtige Dimension hat. Wir missionieren nicht allein, wir missionieren in Gemeinschaft. Das ist sicherlich eine Herausforderung, aber wir werden sie meistern. 

 

Zur Person:

Der 1960 in Videira/Brasilien geborene P. Milton Zonta wurde 2012 zum elften Generaloberen des Ordens gewählt. Er trat 1979 in die Ordensgemeinschaft ein, legte 1986 die Ewige Profess ab und wurde 1987 zum Priester geweiht. Seit 2006 war er Mitglied der zentralen Ordensleitung in Rom und vor allem für Ausbildungsfragen zuständig.

 

Das Interview führte Robert Sonnleitner und wurde der aktuellen Ausgabe von "die Salvatorianer" (3/17) entnommen.

 

 

 

 

„Oh Jésus“

 


 

 

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