
Aschermittwoch in der Michaelerkirche
Der Aschermittwoch eröffnet die österliche Bußzeit, die vierzig Tage der Vorbereitung auf Ostern. Die Zahl vierzig erinnert an biblische Zeiten der Prüfung und Umkehr, etwa an die vierzig Tage Jesu in der Wüste. Der Tag ist geprägt von Besinnung, Gebet und der Einladung zur Erneuerung des eigenen Glaubens.
Zentrales Zeichen des Gottesdienstes ist die Auflegung des Aschenkreuzes. Die Asche wird den Gläubigen in Form eines Kreuzes auf die Stirn gezeichnet.
„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist“
Mit der Auflegung der Asche spricht der Priester einen biblischen Satz: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ Diese Worte gehen zurück auf Genesis 3,19. Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen. Sie führt vor Augen, dass das Leben Geschenk und Auftrag zugleich ist. In einer Zeit, die oft von Geschwindigkeit und Ablenkung geprägt ist, setzt dieses Zeichen einen bewussten Kontrapunkt. Es führt an die Grenze menschlicher Selbstgewissheit.
Die Worte sprechen von Endlichkeit, von der Zerbrechlichkeit des Lebens. Die Asche, die aus verbrannten Palmzweigen des Vorjahres gewonnen wird, trägt diese Wahrheit in sich. Was gestern noch grünte und lebte, ist heute Staub. Doch das Kreuz, das mit dieser Asche gezeichnet wird, erzählt zugleich von Hoffnung. Es verweist auf Ostern.
Ruf zur Umkehr
Eine zweite Formel begleitet die Auflegung des Aschenkreuzes: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Sie entstammt dem Markusevangelium 1,15. Hier wird die Asche zum Anfang, nicht zum Ende. Sie markiert keinen Abschluss, sondern einen Weg. Umkehr meint mehr als Reue. Sie meint Neuausrichtung. Sie lädt ein, das eigene Leben im Licht des Evangeliums zu betrachten und neu auszurichten.
Die vierzig Tage der Fastenzeit eröffnen einen geistlichen Raum. Sie erinnern an biblische Zeiten der Prüfung und Sammlung. Schon im Alten Testament war das Sitzen in Sack und Asche Ausdruck ernsthafter Umkehr, etwa im Buch Jona 3,6, als der König von Ninive Buße tat.
Seit dem 11. Jahrhundert gehört die Austeilung der Asche verbindlich zur Liturgie der Kirche. Papst Urban II. ordnete 1091 ihre allgemeine Praxis an.
Der Klang der Anfänge
Der gregorianische Choral verleiht diesem Gottesdienst eine eigene geistliche Dichte. Einstimmig und ohne instrumentale Begleitung lässt er die biblischen Texte in ihrer Schlichtheit sprechen. Der Gesang trägt das Wort, dehnt es, schenkt ihm Raum.
Gerade am Beginn der Fastenzeit entfaltet diese Musik ihre besondere Kraft. Sie führt in die Sammlung, öffnet einen inneren Raum der Stille und bereitet das Herz auf das Zeichen der Asche vor.
Herzliche Einladung
Die Salvatorianer laden herzlich ein, diesen Gottesdienst mitzufeiern. Das Aschenkreuz ist ein kleines Zeichen. Doch es berührt die großen Fragen des Lebens. Es erinnert an unsere Vergänglichkeit und verweist zugleich auf die Verheißung, die stärker ist als der Staub.
Gregorianische Gesänge mit Auflegung des Aschenkreuzes
Aschermittwoch, 18. Februar 2026, 18:00 Uhr
Michaelerkirche, Wien I
Eucharistiefeier mit Auflegung des Aschenkreuzes
Mitglieder der Choralschola der Wiener Hofburgkapelle
Leitung: Antanina Kalechyts



