
Ein Emmausgang, der verbindet
Es ist schon eine gut eingebürgerte Tradition, dass sich am Ostermonat der Pfarrverband der „Salvatorianer Pfarren“ (Gallbrunn, Stixneusiedl, Sarasdorf, Trautmannsdorf und Margarethen am Moos) zu einem Emmausgang in eine der fünf Pfarren aufmacht. Heuer war Margarethen der Zielort, wobei aus den anderen Orten viele Menschen zu Fuß, mit Rad, Auto oder auf andere Weise zur Messe in die Kirche und zu anschließenden Agape mit Osterschinken und weiteren Köstlichkeiten kamen.

2026 war Margarethen am Moos der Zielort des Emmausgangs der fünf „Salvatorianer Pfarren“. (c) Salvatorianer
P. Franz Tree SDS war der Hauptzelebrant, P. Josef Wonisch SDS und Pfarrer Krzysztof Konwerski waren die Konzelebranten. Pfarrer Krzysztof hielt eine sehr movierende und salvatorianisch inspirierte Predigt, die hier nachzulesen ist:
Ostermontag 2026, Lk 24,13‑35
Liebe Schwestern und Brüder,
ein Priester beginnt einmal seine Predigt und sagt: "Heute sprechen wir über die zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Im ersten Teil überlegen wir, wie viele es waren, und im zweiten Teil, wohin sie gegangen sind.“
Wir schmunzeln darüber … aber vielleicht steckt darin auch etwas Wahres. Manchmal verlieren wir uns in Details, in Fragen, in Diskussionen … und übersehen dabei das Entscheidende: Nicht wie viele unterwegs sind. Nicht einmal, wohin der Weg genau führt … sondern wer mit uns geht.
Und genau davon erzählt uns das heutige Evangelium: Von zwei Jüngern, die unterwegs sind - auf dem Weg nach Emmaus.
Heute sind wir nicht einfach nur zur Messe gekommen - wir sind aufgebrochen. Aus unseren fünf Pfarren, aus verschiedenen Orten, zu Fuß, mit dem Radl oder mit dem Auto haben wir uns auf den Weg gemacht hierher nach Margarethen. Und genau das ist kein Zufall. Denn die Jünger von Emmaus waren auch unterwegs - auf einem Weg, der sich für sie plötzlich ganz anders angefühlt hat.
Vielleicht kennen wir das auch: Dass sich das Leben manchmal wie ein langer Weg anfühlt. Ein Weg voller Fragen. Ein Weg, auf dem Hoffnungen zerbrechen. Man hat gehofft. Man hat vertraut. Und dann kommt alles anders. Und plötzlich steht diese Frage im Raum: Wo bist du, Gott?
Genau das hören wir auch im Evangelium: „Wir aber hofften…“ In diesem einen Satz liegt die ganze Enttäuschung der Jünger. Sie hatten auf Jesus gesetzt, ihr Vertrauen, ihre Zukunft, ihr Herz. Und dann kam das Kreuz. Und genau dort - auf diesem Weg - kommt ihnen der Auferstandene entgegen. Nicht im Tempel.
Nicht an einem besonderen heiligen Ort. Sondern auf ihrem Weg.
Und das ist auch unsere Erfahrung heute: Als Pfarrverband sind wir miteinander unterwegs - und der Auferstandene geht mit uns.
Die Jünger haben Jesus zuerst gar nicht erkannt. Er geht mit ihnen, hört ihnen zu, spricht mit ihnen - und doch bleibt Er für sie zunächst ein Fremder. Vielleicht kennen wir das auch: Dass wir unterwegs sind in unserem Leben, in unseren Sorgen, in unseren Gesprächen, in unserem Alltag - und gar nicht merken, dass Christus längst an unserer Seite ist. In den Menschen, die uns begegnen - und in den kleinen Zeichen von Hoffnung.
Ostern heißt nicht: alles ist sofort klar. Ostern heißt: Er geht mit uns - auch wenn wir ihn noch nicht erkennen. Und dann kommt der entscheidende Moment: Die Jünger erkennen Jesus, als er das Brot bricht. Da gehen ihnen die Augen auf. Da verstehen sie plötzlich: Er war die ganze Zeit bei uns.
Und genau das feiern wir heute hier in der Eucharistie. Auch wir hören sein Wort. Auch wir teilen das Brot. Auch wir dürfen ihn erkennen - mitten unter uns. Und danach gehen wir nicht einfach auseinander. Wir bleiben noch zusammen, wir teilen Gemeinschaft. Wie in Emmaus: Weg - Begegnung - Brot - Gemeinschaft.
Wir sind heute hier als Pfarrverband salvatorianischer Pfarren. Und vielleicht ist genau das ein schönes Bild: Wir kommen von verschiedenen Orten - aber wir gehören zusammen. Wir gehen verschiedene Wege - und sind doch ein gemeinsamer Weg. Und mitten unter uns ist Christus, der mit uns geht.
Der selige Franziskus Jordan hat einmal gesagt: „Solange noch ein Mensch Gott nicht kennt, darfst du nicht ruhen.“ Das heißt auch: Wir sind nicht nur gemeinsam unterwegs - wir sind gesandt. Gesandt, das Licht von Ostern weiterzutragen. Gesandt, Hoffnung zu bringen. Gesandt, Christus sichtbar zu machen - auf unseren Wegen, in unseren Pfarren, in unserem Alltag. Als Pfarrverband sind wir miteinander unterwegs - und der Auferstandene geht mit uns.

Die anschließenden Agape bot Osterschinken und weiteren Köstlichkeiten an. (c) Salvatorianer
Die gemeinsame Feiern des Pfarrverbandes (Emmausgang, sowie Maria Himmelfahrt und Ordensgründungstag am 8.12.) mit dem jeweiligen Aufmachen zu einem bestimmten Zielort stärken so das Bewusstsein im Geist von P. Jordan trotz unterschiedlicher Lebenssituationen „salvatorianisch“ unterwegs zu sein.
Text: P. Franz Tree SDS



