Donnerstag 13. Dezember 2018
Salvatorianer in Österreich und Rumänien
  • Das ist das ewige Leben:
    Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.

Das war der SDS-BEGEGNUNGSTAG am 6. Oktober 2018

 

Man muss die Tradition und die Geschichte kennen

 

Am 6. Oktober 2018 hatte die Salvatorianische Familie zum Begegnungstag nach Großrußbach im Weinviertel/NÖ eingeladen. Rund 120 Gäste waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam unter dem Motto „Pater Jordan in movement“ den Abschluss des Pater-Franziskus-Jordan-Gedenkjahres 2018 zu feiern.

 

P. Erhard Rauch, der ehrenamtliche Wetter-Verantwortliche der Salvatorianer, hatte ganze Arbeit geleistet: Das Wetter im Weinviertel war strahlend schön und sollte es auch den ganzen Tag bleiben. Ideal für die nachmittägliche gemütliche Wanderung auf dem Weinviertler Jakobsweg ins sechs Kilometer entfernte Karnabrunn. Doch am Vormittag baten noch P. Peter van Meijl und Martin Kolozs zur Rückschau und zur Diskussion zum Thema „Pater Jordan in movement“.

 

Manu Nitsch

Martin Kolozs, P. Peter van Meijl und P. Josef Wonisch

 

„Drei Jahre nachdem P. Jordan in Wien angefangen hatte, richtete er seine Antenne schon auf die Niederlande“, erzählte P. Peter van Meijl von einem Erlebnis, das er in seiner Heimat Holland hatte. „Wir haben Briefe von 1897, dass P. Jordan in den Niederlanden anfangen wollte. Dann ist es doch 1900 geworden, nicht in den Niederlanden, sondern in Belgien, im kleinen Grenzdorf Hamont.“ Zu Hause bei seiner Familie sprach P. Peter – wie könnte es anders sein – über den Ordensgründer. Sie fragten, wie es möglich sei, dass ein Mann aus Rom kommt und mitten im Nirgendwo etwas anfängt. Die Strategie ist typisch für P. Jordan: Als Beziehungsmensch suchte er den Kontakt mit dem Ortsbischof, mit dem Ortsdechanten und mit einem Adeligen. Mit diesen drei Menschen gründete er dort 1900 ein Kollegium, eine Gemeinschaft von Ordensleuten. „Meine Großmutter war als 12-jähriges Kind dabei, wie die Patres aus ihrem Mietshaus in das eigentliche Kollegium gezogen sind“, erzählte P. Peter aus der Familienchronik. „Man muss sich vorstellen: Ein Mädchen, das aus den Niederlanden zu einer kinderlosen Familie gekommen ist, pilgert dort als 12-jähriges Mädchen von diesem Grenzhaus in das Kollegium in Hamont mit.“ Das Interessante dabei ist, dass damals ein Lied gesungen wurde, dessen altniederländischer Text erhalten geblieben, die Melodie jedoch verloren gegangen war. P. Peter wurde Jahrzehnte später gefragt, ob er denn wüsste, welche Melodie dieses Lied gehabt hätte. Und tatsächlich: Er wusste es.

P. Peter dachte an eine Reise nach Assam, wo er mit den Mitbrüdern, Mitschwestern und Laien geredet hatte, dachte an die Mitbrüder in Kolumbien, und dann sagte er: „Ich kenne die Melodie. Wir nennen sie die Kaiserhymne.“ Der Grund ist, dass die Mitbrüder und Mitschwestern am Anfang deutschsprachig waren. Sie hatten die Aufgabe, in Indien, in Kolumbien, in Amerika anziehende Melodien zu finden und zu gebrauchen. Da nahmen sie die Kaiserhymne. Und die Melodie steht sogar im neuen Gotteslob drin. Das Gleiche haben die Salvatorianer in Brasilien für das Tantum ergo gemacht.

P. Peters Resümee: „Wenn man die Tradition und die Geschichte ein wenig kennt, hilft das auch im Jahre 2018.“

 

P. Josef Wonisch: Glauben bedeutet vertrauen; sich überlassen.

Der Abschluss bildete um 15.00 Uhr die Eucharistiefeier mit rund 150 BesucherInnen in der Dreifaltigkeiteskirche (einer Wallfahrtskirch) in Karnabrunn mit anschließender Agape. In seiner Predigt verwies P. Josef Wonisch auf eine Ikone, die er bei den Steyler Missionaren gefunden hatte und die die hl. Dreifaltigkeit auf eine sehr ungewöhnliche Art und Weise darstellt. Da ist kein Thron zu sehen, auf dem der allmächtige Gott-Vater sitzt und den gekreuzigten Sohn trägt; keine Insignien der Macht wie Zepter oder Reichsapfel. Die Mitte dieser Dreifaltigkeitsikone wird nicht von der Herrlichkeit und Macht Gottes ausgefüllt, sondern von der Hilfsbedürftigkeit des Menschen. Die drei göttlichen Personen sind völlig der armseligen Gestalt des Menschen zugewandt, greifen ihm unter die Arme, berühren liebevoll seine Füße, stehen bereit, ihm neues Leben aus der Kraft des Geistes einzuhauchen.

 

Manu Nitsch

 

P. Josef: „Die herkömmlichen Bilder der Dreifaltigkeit in Macht und Herrlichkeit sind uns sicher vertrauter. Wir sind es gewohnt, vor Gott auf die Knie zu gehen. […] Interessant finde ich dazu einen Eintrag vom 7. Jänner 1878 von unserem Gründer P. Franziskus Jordan in sein Tagebuch: Sobald du merkst, dass ein heftiger Sturm sich Dir nähert, so lasse, wenn es möglich ist, alles beiseite und wirf dich nieder vor der allerh. Dreifaltigkeit, um sie durch innige Betrachtung und Gebet zum Beistand zu nötigen für einen glücklichen Ausgang.

Die Ikone vertauscht die Rollen. Da geht Gott vor dem Menschen auf die Knie. Der Größere begibt sich auf die Ebene des Untergebenen, er lässt sich von unserer Not bewegen, nimmt sich unserer an und will uns neu beleben. „Für mich entspricht diese Ikone mehr der Wirklichkeit Gottes, so wie sie uns in Jesus Christus offenbart ist. Er, der am Herzen des Vaters ruht, hat Kunde gebracht“, bringt es P. Josef Wonisch auf den Punkt.

In dieser Ikone geht es um die Verbindung von Himmel und Erde. Hier wird dargestellt, wie Gott an uns Menschen handeln möchte. Wenn „glauben“ zuerst bedeutet: „vertrauen; sich überlassen“, dann ist dies das Bild des glaubenden Menschen, wie er von Gott zum neuen Leben aufgerichtet wird. Zum Leben, das nicht von der Erde stammt, sondern aus der Liebesdynamik der dreieinen göttlichen Gemeinschaft.

Dass alle Menschen diesen Gott zutiefst erkennen und dadurch das Leben haben, war die Vision von unserem Gründer. Die lebendige und frische Beziehung zum dreifaltigen Gott waren das Zentrum seiner Mission und Spiritualität, die er durch sein Leben immer mehr vertieft hat. Sein Traum war, dass alle Menschen das wirkliche Leben finden, indem sie das Wesen dieses einzig wahren Gottes kennenlernen durch Jesus Christus, den er gesandt hat.

P. Josef Wonisch zum Abschluss: „Als gläubige Christen sind wir alle eingeladen zu einem Dialog mit Gott und mit den Menschen. In diesem Dialog können wir Gott und sein Geheimnis noch tiefer entdecken, ihn erkennen und lieben. Und wir können das Gesicht Gottes den Menschen heilsam näher bringen. Das ist unser aller Sendung, unsere Mission, vom dreifaltigen Gott selber aufgetragen: Geht und entflammt alle!“

 

Manu Nitsch

 

Manu Nitsch 

 

Manu Nitsch

 

Manu Nitsch

 

Alle Fotos: Copyright Manu Nitsch

„An erster Stelle, wie wir unser Apostolat ausführen sollen, steht ‚exemplis‘, durch das Beispiel, weil die folgenden Punkte nichts nützen, wenn der erste nicht vorausgeht.


 

 

Unsere Projekte

Missionsprokura

 

 Danke für Ihre Unterstützung!


Spendenkonto

AT36 6000 0000 0231 9452
BAWAATWW

 

 

 

CHARTA

der salvatorianischen
Familie

 

>> pdf download

 

 

Provinzialat der Salvatorianer
Habsburgergasse 12
A - 1010 Wien

T: 01/ 53 38 000 25
E: provinzialat@salvatorianer.at
http://www.salvatorianer.at/