Podcast Nr. 16 mit Julia Maurer
© Salvatorianer / Podcast Nr. 16 mit Julia Maurer

Kunst kann berühren, irritieren, Erinnerungen wecken und unseren Blick verändern. Bei der Charity Kunstauktion der Salvatorianer kann sie noch etwas anderes: ganz konkret Menschen helfen. Von 9. bis 23. September 2026 findet die Benefizauktion in Zusammenarbeit mit dem Dorotheum online bereits zum zwölften Mal statt.

 

Das Gespräch mit der Wiener Malerin Julia Maurer können Sie hier hören.

 

Der Erlös kommt in diesem Jahr zwei sozialen Anliegen zugute: Unterstützt werden benachteiligte Kinder in Venezuela sowie Frauen und Kinder in Rumänien, die von häuslicher Gewalt betroffen sind und Schutz suchen. Eine der Künstlerinnen, die dafür ein Werk zur Verfügung stellen, ist die Wiener Malerin Julia Maurer. Ihr Beitrag trägt den Titel „Gloom“. Im Podcast „Weiter denken – weiter gehen“ spricht Maurer darüber, was hinter diesem Bild steckt, wie sie ihre Kunst versteht und warum sie einen Teil ihrer künstlerischen Arbeit sozialen Zwecken widmet.

 

Der Podcast Nr. 16 mit Julia Maurer

Im Podcast Nr. 16 erzählt die Wiener Malerin Julia Maurer, warum sie die Charity Kunstauktion der Salvatorianer seit Jahren unterstützt. (c) Salvatorianer/Robert Sonnleitner

 

Ein Winter in Finnland und die Ruhe der Weite

„Gloom“ zeigt eine Winterlandschaft, dominiert von Rosa und Weiß. Darin finden sich eine oder vielleicht auch zwei kleine Figuren, die beinahe mit der Landschaft verschmelzen. Ausgangspunkt des Bildes war eine umgedrehte Leinwand. Erinnerungen an einen Winter, den Julia Maurer in Finnland verbrachte, flossen in die weitere Entstehung ein. Die besondere Stimmung und das Licht dieser Landschaft beschäftigen die Künstlerin bis heute und kehren in ihren Arbeiten immer wieder.

 

'Gloom' von Julia Maurer

„Gloom“ zeigt eine Winterlandschaft, dominiert von Rosa und Weiß. Erinnerungen an einen Winter, den Julia Maurer in Finnland verbrachte, flossen in die weitere Entstehung ein. (c) Salvatorianer weltweit/Julia Maurer

 

Den Titel „Gloom“ versteht Maurer als eine Art „dunkles Glühen“. Ein Zustand der Ruhe, der dennoch offenlässt, was als Nächstes geschieht: Es könnte dunkler, aber ebenso heller werden.

 

Diese Offenheit ist charakteristisch für Maurers Malerei. Ihre Bilder sind figurativ, zugleich spielen abstrakte Elemente, Farbschichten und das Experiment eine wesentliche Rolle. Ein Bild entsteht nicht nach einem unveränderlichen Plan. Es entwickelt sich während des Malens und kann dabei immer wieder eine neue Richtung nehmen.

 

Wenn ein Bild fertig ist, darf es gehen

Ein eigenes Kunstwerk aus der Hand zu geben, ist für viele Künstlerinnen und Künstler ein besonderer Moment. Julia Maurer beschreibt diesen Prozess erstaunlich pragmatisch. Solange ein Bild noch nicht fertig ist, sei es ein Teil von ihr und manchmal wolle sie es in diesem Stadium nicht einmal jemandem zeigen. Ist der letzte Pinselstrich aber gesetzt, entsteht Distanz. Dann kann sie das Werk loslassen.

 

Julia Maurer: 'Kunst kann ja viel. […] Und genauso kann Kunst soziale Dinge unterstützen.'

Julia Maurer: „Kunst kann ja viel. […] Und genauso kann Kunst soziale Dinge unterstützen.“ (c) Salvatorianer/Robert Sonnleitner

 

Das gilt auch für „Gloom“. Dass Maurer gerade dieses Bild für die Charity Kunstauktion der Salvatorianer zur Verfügung stellt, zeigt auch, dass sie selbst noch hinter dem Werk steht. Denn Arbeiten, die sie mit zeitlichem Abstand nicht mehr überzeugen, würde sie übermalen, weiterverwenden oder mitunter sogar entsorgen.

 

Kunst für einen guten Zweck

Julia Maurer unterstützt die Charity Kunstauktion der Salvatorianer nicht zum ersten Mal. Bevor sie sich für eine Benefizaktion engagiert, schaut sie genau hin. Entscheidend ist für sie, welche Organisation dahintersteht und welche Projekte mit den Erlösen unterstützt werden.

 

„Ich habe mir das schon angeschaut, welche Projekte unterstützt werden. Die Projekte der Salvatorianer finde ich gut“,

 

sagt Maurer im Podcast.

 

Dabei sieht sie auch die wirtschaftliche Realität ihres Berufs. Künstlerinnen und Künstler leben vom Verkauf ihrer Arbeiten. Maurer hat deshalb für sich festgelegt, wie viele Benefizaktionen sie unterstützt. Ihren Beitrag rechnet sie in Arbeitszeit um. Auf diese Weise reserviert sie ganz bewusst einen Teil ihrer künstlerischen Arbeit für soziale Zwecke.

 

Hilfe für Kinder in Venezuela und Gewaltopfer in Rumänien

Bei der Charity Kunstauktion der Salvatorianer wird aus diesem künstlerischen Engagement konkrete Hilfe. Der Erlös der diesjährigen Auktion kommt zwei sozialen Anliegen zugute.

 

In Venezuela werden benachteiligte Kinder unterstützt. In Rumänien richtet sich die Hilfe an Frauen und Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind und Schutz suchen.

 

Wer bei der Charity Kunstauktion ein Werk ersteigert, nimmt damit nicht nur ein Stück Kunst mit nach Hause. Das Gebot trägt zugleich dazu bei, Menschen zu unterstützen, die Hilfe benötigen.

 

So entsteht eine besondere Verbindung: Künstlerinnen und Künstler stellen ihre Arbeit zur Verfügung, Kunstinteressierte bieten auf die Werke und gemeinsam ermöglichen sie soziale Unterstützung.

 

Was Kunst anders kann

Muss Kunst gesellschaftliche Verantwortung übernehmen? Julia Maurer sieht das differenziert. Der Kunst selbst möchte sie diese Verpflichtung nicht auferlegen. Sehr wohl aber könne Kunst soziale Anliegen unterstützen.

 

„Kunst kann ja viel. […] Und genauso kann Kunst soziale Dinge unterstützen“,

 

sagt Maurer. Gerade darin liegt für sie eine besondere Qualität. Ein Bild funktioniert anders als ein politischer Text oder ein klassischer Spendenaufruf. Es ist nonverbal und lässt Raum für unterschiedliche Wahrnehmungen. Je nach Licht, Stimmung und Betrachter kann darin etwas anderes sichtbar werden. Kunst könne dadurch „offener“ und „sanfter“ sein.

 

Bei der Charity Kunstauktion der Salvatorianer bekommt dieser Gedanke eine ganz konkrete Dimension: Kunst berührt nicht nur. Sie kann dazu beitragen, Lebenssituationen zu verändern.

 

Was von „Gloom“ bleiben soll

Und was wünscht sich Julia Maurer für jenen Menschen, der „Gloom“ bei der Charity Kunstauktion ersteigert? Vor allem eines: Ruhe.

 

Für die Künstlerin steht das Bild auch für die Weite der Natur, die im Alltag einer Stadt leicht aus dem Blick geraten kann. „Gloom“ kann so zu einem Erinnerungsstück an diese Weite und Ruhe werden. Was der neue Besitzer oder die neue Besitzerin letztlich darin entdeckt, möchte Maurer aber bewusst offenlassen. Denn jeder Mensch, sagt sie, habe seine eigene Sichtweise.

 

Vielleicht liegt genau darin eine Verbindung zwischen Kunst und sozialem Engagement: Ein Kunstwerk gibt etwas weiter. Bei der Charity Kunstauktion der Salvatorianer sogar in mehrfacher Hinsicht.

 

Das gesamte Gespräch mit Julia Maurer und Robert Sonnleitner gibt es in der aktuellen Folge von „Weiter denken – weiter gehen“, dem Podcast der Salvatorianer.

 

Die 12. Charity Kunstauktion der Salvatorianer

findet von 9. bis 23. September 2026 statt. Der Erlös unterstützt benachteiligte Kinder in Venezuela sowie Frauen und Kinder in Rumänien, die von häuslicher Gewalt betroffen sind und Schutz suchen.

 

50 Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler können für einen guten Zweck ersteigert werden.

 

Die Werke können vorbesichtigt werden im Sommerrefektorium der Salvatorianer: Fr, 18.; Sa, 19. & So, 20. 9., von 10 bis 18  Uhr, Habsburgergasse 12, 1010 Wien.

 

Hier geht es online zur

Charity-Kunstauktion

zugunsten der Salvatorianer in Zusammenarbeit mit dem Dorotheum.

 

Kontakt und Rückfragen
Lukas Korosec
charity@salvatorianer.at
Tel. 0676 533 46 80

 


Zum Download:

Auktionskatalog als PDF 


Weitere Links:

Kunst ersteigern und Gutes tun: 12. Charity-Kunstauktion der Salvatorianer (online)