Der Stadtrat der niederösterreichischen Stadtgemeinde Mistelbach hat einstimmig beschlossen, unter der bestehenden Straßenbezeichnung "Pater Helde Straße" eine Informationstafel anzubringen. Sie soll Passantinnen und Passanten über Leben und Wirken des Salvatorianers informieren und an seinen mutigen Einsatz in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erinnern.
Die Pater Helde Straße trägt seinen Namen bereits seit mehreren Jahren. Mit der neuen Zusatztafel wird das Gedenken nun vertieft und sein Lebenszeugnis als bleibendes Vorbild für Zivilcourage und christliche Nächstenliebe sichtbar gemacht.
P. Titus Helde wurde am 22. April 1945 in Mistelbach getötet, nachdem er sich schützend vor eine Gruppe von Frauen gestellt hatte, um sie vor Gewalt durch sowjetische Soldaten zu bewahren. Bereits kurz nach seinem Tod wurde der Salvatorianer als Märtyrer verehrt.
Derzeit bereitet die Erzdiözese Wien ein Seligsprechungsverfahren für P. Titus Helde vor. Ende des vergangenen Jahres hatte der österreichische Provinzial der Salvatorianer, P. Márton Gál SDS, darum ersucht. Erzbischof Josef Grünwidl gab diesem Ansuchen nach einstimmigem Votum des Bischofsrates am 9. Februar statt.
P. Titus Helde, mit bürgerlichem Namen Josef Helde, wurde am 5. Mai 1905 in Radolfzell am Bodensee geboren. Nach einer Tätigkeit als Bankangestellter trat er 1926 in Steinfeld in die Gemeinschaft der Salvatorianer ein. Die Priesterweihe empfing er am 29. Juni 1938. Während seiner Ausbildungs und Wirkungszeit lebte er unter anderem in Lochau, Heinzendorf, Passau, Hamberg, Graz, Wien und Mistelbach.