Johann Baptist Jordan, („Pater Franziskus Maria vom Kreuze"), geboren 1848 in Gurtweil (Deutschland), Dekorationsmaler, wechselt mit 21 Jahren als Spätberufener wieder zur Schulbank.
Er wird 1878 mit 30 Jahren Priester und gründet 1881 in Rom die Gesellschaft der Patres und Brüder Salvatorianer. So ist er, 33jährig, einer der jüngsten Ordensstifter in der Geschichte der Kirche und entwickelt erstaunlich kühne Ideen zur Glaubenserneuerung und Glaubensverkündigung.
Seinen Salvatorianern und Salvatorianerinnen (1888) gibt er eine Ausrichtung mit auf den Weg, die vom II. Vatikanischen Konzil (1962 - 1965) aufgegriffen und bestätigt wird. Er ermutigt Laien, Kirche verantwortlich mitzugestalten. Seit 1986 gibt es in Österreich die Gemeinschaft Salvatorianischer Laien (GSL).
Zu seinem Tod, im Jahr 1918, wirkt seine Gesellschaft bereits in 13 Ländern, heute auf allen 5 Kontinenten in insgesamt 33 Ländern.

wird am 16. Juni 1848 in Gurtweil (D) geboren und wächst in sehr armen Verhältnissen auf.
Als begabter aber nicht gerade begeisterter Schüler ist er zu allen Streichen aufgelegt.
Eine besondere Erfahrung bei der Erstkommunion (1861) verändert ihn. Er wird ruhiger, zurückgezogener. Es taucht in ihm der Wunsch auf Priester zu werden, aber dafür fehlt das Geld.
Ein schwieriger Weg: Gelegenheitsarbeiter - Maler - Student - Priester
Schon als 14-jähriger sucht er Gelegenheitsarbeiten vor allem beim Bahnbau. Später kann er eine Malerlehre absolvieren und kommt als Geselle viel in Deutschland herum.
Betroffen von der Not der Menschen
Die Not der Menschen betrifft ihn - und um so mehr strebt er danach, doch Priester werden zu können.
Er findet Menschen, die ihn auf diesem harten Weg unterstützen. Mit 22 Jahren drückt er nochmals die Schulbank. Während ihm die Mathematik zeitlebens nicht besonders liegt, zeigt er sich als Sprachengenie.
1874 hält Jordan sein Abiturzeugnis in der Hand und tritt in das Priesterseminar in Freiburg ein.
1875 beginnt er sein "Geistliches Tagebuch" - und von Anfang an spürt er in sich das Drängen, "etwas" zu gründen, damit die Menschen Jesus als ihren Heiland kennenlernen können.
Erfahrungen in Rom und im Hl. Land
1878, nach seiner Priesterweihe, kann Jordan aufgrund des Kulturkampfes in Deutschland keine Anstellung bekommen. Daher wird er von seinem Bischof nach Rom zum Sprachenstudiumentsandt.
Im Auftrag des Vatikans unternimmt er eine Reise in den Orient. Dort wird es ihm deutlich: "Mit aller Kraft führe das Werk aus; lasse dich durch nichts entmutigen!" (GT 155; 14.4.1880 am Berg Carmel). Er knüpft Kontakte zu wichtigen Personen, findet auch großartige Mitarbeiter wie den Weltpriester Bernhard Lüthen.
8.12.1881: Gründung der Apostolischen Lehrgesellschaft Jordan will eine große Gemeinschaft aus allen Ständen bilden, theologische Wahrheiten will er verständlich unter die Menschen bringen - und alle sollen beteiligt sein - auch die Frauen sollen in der Verkündigung mitwirken. Damit ist er seiner Zeit weit voraus. |
Er muss noch sehr schwierige Jahre durchstehen und einige Veränderungen hinnehmen, bis seine Gesellschaft kirchlich anerkannt wird.
Dabei gibt es auch zwei Namensänderungen:
1882 Katholische Lehrgesellschaft
1893 Gesellschaft des Göttlichen Heilands (Salvatorianer)
Von Anfang an ist ihm an einer Schwesterngemeinschaft gelegen. Auch hier erlebt Jordan einige Enttäuschungen bis er doch schließlich 1888 gemeinsam mit Therese von Wüllenweber die Salvtorianerinnen gründen kann.
1914 musste das Generalat der Salvatorianer aufgrund des 1. Weltkrieges von Rom in die Schweiz, nach Fribourg auswandern. Keine leichte Zeit für die junge Gründung.
Trotz des Weltkrieges konnte die Gesellschaft aber im Oktober 1915 in Fribourg ihr 3. Generalkapitel abhalten.
P. Franziskus Jordan, der auf dem ersten Generalkapitel zum Generaloberen auf Lebenszeit gewählt worden war, sollte nun das Opfer bringen, auf die Leitung der Gesellschaft zu verzichten. Seine physischen Kräfte waren nicht zuletzt auch durch die vielen Schwierigkeiten rund um die Gründung der salvatorianischen Gemeinschaft erschöpft. Sein Nervenleiden verschlimmerte sich, ebenso sein Magenleiden. Auch Gedächtnis und Aufmerksamkeit ließen nach. Das macht es auch verständlich, dass seine Entschlussfreudigkeit und vor allem seine Entscheidungssicherheit geringer wurden. So forderten und suchten die 16 anwesenden Mitglieder des Generalkapitels eine junge Kraft, der man die Führung der Gesellschaft in dieser schwierigen Zeit aufbürden konnte.
Für P. Jordan war es nicht leicht, sich von einem Tag zum anderen für einen Rücktritt zu entscheiden. Ihn quälte die Sorge, der Geist der Gesellschaft könnte Schaden nehmen, wenn sein Nachfolger nur auf Grund seiner persönlichen Tüchtigkeit gewählt würde, dann aber vielleicht dem salvatorianischen Geist zu wenig Aufmerksamkeit schenken werde. Erst nachdem P. Jordan im ringenden Gebet und auf den Rat seines Seelenführers hin es als Gottes Willen erkannt hatte, sich von der Leitung zurückzuziehen, gab er in schlichter Demut seinen Verzicht bekannt.
Er mischte sich daraufhin nicht mehr in die äußeren Geschäfte der Gesellschaft ein.
P. Franziskus Jordan wusste auch weiterhin sich und sein Werk ganz der gütigen Vorsehung Gottes ausgeliefert.
Am 8. September 1918 stirbt Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan im Armenspital in Tafers in der Schweiz. Sein Grab befindet sich heute in der Kapelle im Mutterhaus in Rom.



